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Formula Student
Historie
1998 entstand nach diesem Vorbild in Großbritannien die Formula Student, die in den folgenden Jahren auf immer mehr internationale Rennstrecken ausgeweitet wurde. Weltweit gibt es mittlerweile eine Vielzahl an offiziellen Events, an denen sich über 500 Teams aus der ganzen Welt beteiligen.
Die Events fordern die Studierenden durch vielseitige Disziplinen.
Disziplinen
Bei der Formula Student treten die Teams in insgesamt drei statischen und sieben dynamischen Disziplinen an – fünf davon mit Fahrer, zwei im autonomen Modus. Das Team mit der höchsten Gesamtpunktzahl gewinnt den Wettbewerb.
Optional können zusätzlich zwei weitere dynamische Disziplinen im Rahmen des Driverless Cup absolviert werden.
Dynamisch
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Hier stehen die Performance des Fahrzeugs und das Können des Fahrers im Vordergrund. In verschiedenen Wettbewerben muss sich das Fahrzeug gegen andere Teams auf der Strecke beweisen.
Die Königsdisziplin des Wettbewerbs ist das Endurance-Rennen über 22 Kilometer, das dem Streckenlayout des Autocross ähnelt, jedoch höhere Geschwindigkeiten ermöglicht. Zwei Fahrer:innen absolvieren jeweils die halbe Distanz, getrennt durch einen obligatorischen Boxenstopp nach 11 Kilometern. Das Fahrzeug muss selbstständig starten und stoppen; Nachtanken oder Reparaturen sind nicht erlaubt. In dieser Disziplin werden Fahrzeug, Technik und Team auf ihre Zuverlässigkeit und Belastungsgrenze geprüft – entscheidend ist, wer über die gesamte Distanz konstant Leistung zeigen kann.
Der Autocross ist ein etwa ein Kilometer langer Handlingkurs mit Geraden, Kurven und Schikanen, der die dynamischen Fähigkeiten des Rennwagens in einem Ein-Runden-Sprint testet. Zwei Fahrer:innen absolvieren jeweils zwei Versuche, um zu zeigen, wie gut sich das Fahrzeug auf einer engen Strecke ohne direkte Konkurrenz verhält. Dabei stehen Beschleunigung, Bremsverhalten und Kurvenstabilität im Fokus. Die erzielten Zeiten bestimmen gleichzeitig die Startreihenfolge für das Endurance-Rennen.
Die Disziplin Efficiency bewertet die Effizienz des Antriebsstrangs und wird gemeinsam mit der Endurance-Disziplin durchgeführt. Während des Endurance wird der Leistungsverbrauch jedes Teams erfasst und mit den gefahrenen Rundenzeiten verrechnet, um die Energieeffizienz zu bestimmen. Entscheidend ist dabei ein ausgewogener Kompromiss zwischen Geschwindigkeit und Leistungsabgabe – das Team mit dem geringsten Leistungsverbrauch erzielt die höchste Punktzahl.
In dieser Disziplin geht es ausschließlich um Beschleunigung: Aus dem Stand heraus fahren die Fahrzeuge 75 Meter auf einer Geraden. Für eine gute Platzierung sind ein optimal abgestimmtes Fahrwerk zur Kontrolle des Schlupfs, ein aerodynamisches Setup mit minimalem Luftwiderstand sowie ein möglichst geringes Gesamtgewicht entscheidend.
Bei dieser Disziplin handelt es sich um einen Parcours in Form einer liegenden Acht, bei dem jeder Kreisring zweimal nacheinander umrundet wird. Die Messung erfolgt jeweils in der zweiten Runde, in der die Fahrzeuge ihre maximale Querbeschleunigung erreichen sollen. Dadurch wird der Grip des Autos auf ebenem Untergrund in einer konstanten Kurve präzise bewertet.
Statisch
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In den statischen Disziplinen stellen die Teams den Juroren in Diskussionen und Präsentationen die verschiedenen Aspekte ihres Fahrzeugs vor.
Im Design Report präsentieren die technischen Leiter:innen ihre entwickelten Konzepte einer internationalen Jury aus Expert:innen der Automobilindustrie und des Motorsports. In mehreren Runden werden die technischen Lösungen vorgestellt, diskutiert und kritisch hinterfragt – mit steigendem Schwierigkeitsgrad und zunehmender Detailtiefe. In der ersten Runde beantworten alle Teams grundlegende Fragen, während nur die besten in die Design-Finals einziehen. Am Ende überzeugen jene Teams, die ein besonders tiefes technisches Verständnis und ein hohes Maß an Innovation in ihren Fahrzeugkonzepten zeigen.
Der Cost Report bewertet die Kosteneffizienz und das Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge im Fahrzeugbau. Die Studierenden erstellen eine detaillierte Aufstellung sämtlicher Bauteile, einschließlich Material-, Prozess- und Montagekosten, und präsentieren ihre Ergebnisse vor einer Jury. Bewertet werden sowohl die Gesamtkosten des Fahrzeugs als auch die Qualität der Kostenanalyse. Abschließend bearbeiten die Teams ein sogenanntes „Real Case Scenario“ – eine praxisnahe Aufgabe zur Kostenreduktion, bei der sie auf konkrete Vorgaben der Veranstalter:innen reagieren und wirtschaftlich sinnvolle Lösungen entwickeln müssen.
In der Disziplin Business Plan präsentiert das Team ein fiktives, aber realistisch ausgearbeitetes Geschäftsmodell in einer 15-minütigen Präsentation vor einer Jury. Ziel ist es, potenzielle Investor:innen davon zu überzeugen, dass der entwickelte Prototyp im Rahmen eines tragfähigen Wirtschaftskonzepts in Kleinserie produziert werden sollte. Dabei kommt es nicht nur auf die wirtschaftliche Plausibilität an, sondern auch darauf, das Konzept klar, strukturiert und überzeugend zu vermitteln – denn das Team muss zeigen, dass es die beste Lösung am Markt anbieten kann.
Austragungsorte
Die Events der Formula Student finden unter anderem auf internationalen Rennstrecken statt:
FS Germany
Hockenheimring, DE
FS East
Zalazone, HU
FS Austria
Red Bull Ring in Spielberg, AT
© FSS/arnautrau
FS Spain
Circuit de Barcelona-Catalunya, ES
© FSUK
FS United Kingdom
Circuit of Silverstone, EN
FS Netherlands
TT Circuit in Assen, NL
FS Italy
Ricardo Paletti Circuit in Varano, IT
FS Alpe Adria
St Rauš Novi Marof, HR
FS Czech
Autodrome Most, CZ
© SAE FORMULA
FSAE Michigan
Michigan International Speedway, USA